Freitag, 19. August 2011

Wohin geht es mit der BI...

So einfach die Frage erscheint, so unterschiedlich sind die Antworten. Ich möchte kurz etwas zur heutigen Diskussion in der Facebook Gruppe schreiben.

Dass es unterschiedliche Meinung und Wünsche gibt, das ist doch ganz normal. Untem Strich sehen die Ziele aber doch sehr ähnlich aus - wir möchten nämlich so gering wie möglich von Fluglärm betroffen sein. Das Ziel oder den Weg dahin kann man jetzt abstufen.



Zuerst gilt es das Nachtflugverbot durchzusetzten. Dann heisst es möglichst wenige Flüge zuzulassen (Thema Drehkreuz) und in letzter Konsequenz heisst es den Standort verlegen. Jetzt kann man strategisch gleich das Maximalziel in den Vordergrund rücken oder sich langsam vorarbeiten. 
Mein Eindruck ist aber, dass es ein gewisses Vorwissen und eine gewisse Reifezeit und Beschäftigungsphase benötigt bis man wirklich verinnerlicht hat, dass die Routenschieberei nicht die eigentliche Lösung ist. Das muss sich jeder alleine erarbeiten. Dazu muss man verschiedene Dinge wissen und verstanden haben. Dabei wollen wir gerne unterstützen. 
Mein Eindruck ist aber, dass wir viele Menschen verlieren bzw. gar nicht erst erreichen, wenn wir gleich mit 'Sperenberg' um die Ecke kommen. Meiner Meinung nach muss man die Leute langsam heranführen. Man muss erklären, dass die Flugrouten nicht nur Striche in der Landschaft, sondern Korridore bzw. eine Idee, ein möglicher Weg aber bei weitem keine 'Straße in der Luft' sind. Wenn man das alles verstanden hat, dann kommt man auch selber darauf, dass es beim Standort Schönefeld immer wieder Ärger und Lärmbelästigungen geben wird. Wenn man dann noch die dritte Startbahn anführt wird den meisten auch klar, was da für ein Ungetüm in Schönefeld wächst. 
Flugrouten sind ja auch nicht fix, sondern können sich beliebig ändern. Das Flugrouten keine Striche in der Landschaft sind, erkennt man auf unserem Flyer ganz gut, finde ich. Und für den Rest sind wir ja da. Wir können in Gespräche aufklären und den Erkenntnisgewinn soweit vorantreiben, dass möglichst viele unsere Ziele unterstützen, ohne sie gleich am Anfang zu vergraulen. 


Demnach handelt es sich einfach um unterschiedliche Formulierungen des selben Zieles und eben genau nicht um unterschiedliche Ziele. Also, lasst uns doch bitte zusammen an einem Strang ziehen. 


Martin


Kommentare:

  1. Finde ich interessant, wie bewusst oder unbewusst Fehlinformationen vebreitet werden, nur um seinen Standpunkt zu untermauern. Erinnert an die Politiker, parteiunabhängig, die mit gleichen Mittel die Gegenargumente begründen.

    Es tut mir Leid, aber alleine mit dem oben gezeigten Flyer voller sachlicher Fehler macht sich auch diese Initiative unglaubwürdig was am Ende Ihr eigentliches Ziel ad absurdum führt, nämlich die Bürger mit objektiven Fakten zu informieren damit sie selbst entscheiden können, ohne von Politikern ODER Bügerinitiativen bevormundet zu werden!

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  2. Hallo Anonym,

    es liegt mir als hauptsächlicher Schreiber hier im Blog und es liegt auch uns (also der BI) als Herausgeber des Flyers fern, falsche Informationen zu verbreiten. Hilfreich wäre es daher, wenn Sie diese benennen. Dann können wir diese korrigieren. Vielen Dank.

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  3. Hallo Herr Froelich,

    ersteinmal Danke, dass Sie zu meinem Kommentar Stellung bezogen haben.

    Da es den Rahmen dieses Kommentarfeldes sprengen würde, wird es nicht möglich sein zu allen Fakten was zu sagen, aber Sie haben mich darum gebeten, also werde ich speziell zu einem Satz aus dem Flyer meine Sicht der Fakten darlegen:

    "Übrigens sind die bisher über unseren Köpfen fliegenden Flugzeuge landende Tegel-Maschinen, künfig handelt es sich um startende Flieger, die vollen Schub geben müssen, daher bedeutend lauter sind und häufiger fliegen."


    Der erste Teil des Satzes ist korrekt, aber die Schlussfolgerung im zweiten Teil *aus meiner Sicht* falsch.

    "die vollen Schub geben müssen":
    Heutzutage wird es keine kommerzielle Fluggesellschaft mehr geben, die ihre Flugzeuge mit vollen Schub starten lässt, da ganz einfach der Verschleiß der Triebwerke zu groß wäre. Um die Lebensdauer der Triebwerke zu erhöhen sowie den Brennstoffverbrauch zu senken werden die Triebwerke, abhängig von Temperatur, Luftdruck und Flughafenhöhe, auf bis zu 85% der Nennleistung gedrosselt.


    "daher bedeutend lauter sind":
    Es ist falsch zu glauben, dass die landenden Tegel-Flugzeuge im Leerlauf-Schub den Endanflug auf Tegel beginnen. Um die Fluggeschwindigkeit auf der Zwischenanflugshöhe bei erhöhtem Luftwiderstand durch teilweise ausgefahrene Landeklappen zu halten, laufen die Triebwerke auf immernoch gut 50% der Nennleistung. Damit sind diese Flugzeuge zwar leiser als startende, aber nur wenn man sie in der selben Flughöhe betrachtet.
    Und das ist der entscheidende Punkt:
    aktuell haben die anfliegenden Maschinen eine Höhe von rund 3000 Fuss, wenn sie über Neuenhagen, Hoppegarten oder Hönow fliegen. In Zukunft haben die startenden Schönefeld-Maschinen eine Flughöhe von mindestens 5000 Fuss und werden damit ungefähr die selbe Lautstärke wie die aktuellen Flugzeuge haben (rund 65 db(A)).
    Als Vergleichswerte empfehle ich diesen Link: http://casper.umwelthaus.org/dfs/
    vom Raum Frankfurt am Main, dort kann man diese Lärmwerte bei den genannten Höhe beobachten.

    "und häufiger fliegen":
    Momentan erschließt sich mir immernoch nicht, warum startende Flugzeuge häufiger über einen Ort fliegen als landende, aber auch zu diesem Standpunkt möchte ich eine andere Faktenlage aufzeigen.
    Aktuell fliegen rund 110 Flugzeuge am Tag(eigene, private Schätzung) Berlin-Tegel aus Südosten und damit über uns an. In Zukunft sollen es also rund 120 startende Flugzeuge am Tag sein, ABER, und das ist wieder ein entscheidender Punkt den ich nirgendwo auf dem Flyer finde, NUR bei Ostwinden.
    In den letzten 10 Jahren gab es statistisch gesehen im Großraum Berlin nicht mehr als 3 Tage im Monat mit Ostwinden. Die von mir genannten 110 Flugzeuge fliegen bei Westwind, also an den restlichen Tagen im Monat, nach Tegel.

    Insgesamt kann man also sagen, dass sich der jetzige Fluglärm, der in 90 Prozent des Jahres auftritt, auf einen gleichstarken Fluglärm an 10 Prozent des Jahres reduziert!


    Soo, jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als ich wollte, ich bitte das zu verzeihen. ;-)

    Aber vielleicht kann man meine Meinung erkennen, wenn ich von Unglaubwürdigkeit rede, da ich nicht einen "Quasi-Weltuntergang" erwarte, wie im Flyer ausgemalt, sondern eher eine Verbesserung der Situation zu Heute.


    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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  4. Soo, eine Woche ist nun seit meines obigen Kommentars um und es gab weder eine Gegenreaktion, noch eine Korrigierung.

    Daher muss ich nun die Reaktion auf meinen ersten Kommentar als typischen Beißreflex ansehen, denn ein wirkliches Interesse an "die Benennung der falschen Information" zur Korrigierung oder wenigstens zum Widersprechen, hat es nie gegeben.


    Daher muss ich sagen, dass es:

    1. besser aus meiner Sicht gewesen wäre, wenn man garnicht so scheinheilig Interesse geheuchelt hätte, denn dann hätte ich mir den obigen langen Text auch einfach sparen können

    und

    2. ich dieser Bürgerinitative, wie vielen anderen auch (glücklicherweise NICHT allen), nur gratulieren kann zum erfolgreichen Einstieg in die deutsche Politik.

    Denn das Verfolgen von Zielen, die nur einem selbst was bringen sollen, sowie dass Aussitzen, Ignorieren oder am Ende sogar als Lug und Betrug -Bezeichnen von anderen Meinungen entspricht haargenau dem Vorgehen von Wowereit,Platzeck oder Ramsauer.


    Also abschließend nochmals, Glückwunsch!

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  5. Hallo Anonym,

    Sie sind aber auch ein ganz schöner Schwarz/Weiß Maler. Tatsächlich ist es so, dass ich bisher durchaus den Willen hatte Ihnen zu antworten - allein es fehlte mir die Zeit. Wobei Sie mir die fehlende Zeit auch wieder so und so auslegen können, denn 24 Stunden ist unser aller Tag lang, von daher sage ich Ihen ehrlich, ich habe zuvor lieber andere Sachen erledigt. Sie mögen mir das nachsehen. Jetzt aber zum Inhalt Ihres ersten Kommentars:

    Sie sprechen hier anfänglich mehrere Sachen an. Zum Einen sei der 'volle Schub' gar nicht so voll sondern nur 85% Schub und zum Anderen seien die lauteren Startflieger durch die größere Höhe dann doch wieder etwa gleich laut zu den jetzigen Flugzeugen. Mit den 85% Schub haben Sie sicher recht. Ich bin kein Pilot, kann es also selber nicht nachvollziehen doch es klingt plausibel. Aber was macht das für einen Unterschied auf einem Flyer? Manch ein Flugzeug startet vielleicht nur mit 80% und ein anderes mit 90%. Was sollten wir dazu schreiben? Zu den Flughöhen und den Lautstärken könnte Ihre Annahme richtig sein. Muss es aber doch nicht. Und solange der Betreiber keine offiziell gültigen Lärmkartierungen veröffentlicht, kann es doch nicht meine Aufgabe sein die Auswirkungen zu relativieren? Wie laut das alles wirklich wird kann ich nicht zuverlässig abschätzen. Da wären die Angaben auf einem Flyer ebenso geschätzt oder abgeleitet wie die jetzigen. Um vielleicht nochmal zur Absicht des Flyers zu kommen. Uns geht es darum die Einwohner für den kommenden Lärm zu sensibilisieren, denn letztendlich ändert sich für mich persönlich nicht nur die Flughöhe, sondern wir haben auf einmal wieder richtigen Fluglärm (egal wie laut im Detail) obwohl wir laut bisheriger Planung gar nicht mehr hätten überflogen werden sollen! Also von daher ist jeder Lärm eine 100%ige Verschlechterung.

    Das häufiger Fliegen bezieht sich darauf, dass wir aktuell nur von den Flugzeugen überflogen werden, die in Tegel landen. Diese Füge werden dann von Schönefeld starten. Daher Überfliegen uns diese (ehemals Tegel Flieger) + alle Schönefeldflieger, die uns heute noch nicht überfliegen. Daher werden es mehr sein als heute. Der Punkt ist also, dass es eine Verdichtung des Flugverkehres geben muss, weil nur noch 1 Flughafen zur Verfügung steht und alle Flüge über diesen abgewickelt werden müssen.

    Thema Ostwind. Wir gehen, anders als Sie, von 20 - 30 % Ostwindtagen bzw. neutralem Wetter aus, so dass wir viel häufiger mit Überflügtagen rechnen als Sie… Hier gebe ich aber zu keine Primärquelle gefunden zu haben. Ich beziehe mich hier durchaus auf andere Meinugen aus Zeitungsartikeln und Kommentaren. Wenn Sie hierzu eine ordentliche Statistik hätten, wäre das sehr hilfreich.

    Und zuletzt. In Tegel fliegen und starten die Flugzeuge zwischen 6 und 23 Uhr. In Schönefeld ist das Zeitfenster bisher 5-24 Uhr. Also auch wieder 2 Stunden mehr Flugbetrieb.

    Ich hoffe Ihre Fragen/Anmerkungen beantwortet/aufgegriffen zu haben.

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