Montag, 5. September 2011

eilige Terminsache

LiebeMitstreiter,

ich möchte einen ganz, ganz furchtbar wichtigen Termin nochmal hervorheben.
Nächsten Samstag (10.09.) findet am Flughafen Schönefeld eine große Demonstration der fluglärmbetroffenen Bürger statt.
http://www.bündnissüdost.de/2011/08/warmlaufen-fur-die-grosdemo-in-schonefeld-am-10-09-2011/

http://www.gegenlaerm.org/index.php?option=com_content&view=article&id=31:kundgebung-schoenefeld-10092011&catid=13:veranstaltungen&Itemid=132


Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe keinen passenden Beitrag gefunden, unter dem ich meine Frage stellen kann daher nehm ich einfach den neuesten.

    Kurz zu mir, ich heiße Robert Schneider und wohne in Neu Frankenfelde bei Luckenwalde.
    Und meine Frage ist kurz und simpel:

    Was haben meine Familie und meine Nachbarn ihnen angetan?

    Anscheindend muss ich sie und die weiteren Kommentarschreiber und Unterstützer hier die Sperenberg als den einzig sinnvollen Mega-Flughafen finden, gekränkt oder verletzt haben, da sie es gut finden das hier in meiner Nachbarschaft ein internationales Drehkreuz wo Flugzeuge Tag und Nacht starten hin soll!

    Gut zu wissen daß wir Landeier den Lärm von euch Großstädtern immer weiter aushalten müssen, nur damit ihr es leise habt udn euch auf die Schultern klopfen könnt, weil ihr was gutes für die Natur und die Bevölkerung tut.

    Nur zu Info, wir haben hier vollkommen unberührte Naturlandschaften. Die Natur holt sich endlich den alten Flugplatz aus der schlimmen Geschichte zurück, dort lassen sich Tiere nieder die völlig unbehelligt leben können.

    Und ne weitere Info, in ihrem FAQ-Flyer da rechts steht von Sperenberg würden nur 1000 Bürger betroffen. Also allein in Luckenwalde wohnen gut 20.000 (scheinbar minderwertige) Bürger, die dann genau in der Einflugschneiße wohnen.

    Und selbst wenn in ein paar Jahren hier nur noch 1000 wohnen, eines können sie sicher sein:
    diese 1000 werden kämpfen bis zum Ende! Vielleicht mit einer wöchentlichen Demo genau in ihrem Wohngebiet, dort wird es ja dann so ruhig sein!


    Ihr Robert Schneider

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Herr Schneider,

    früher oder später musste der Moment kommen, da sich jemand aus dem Sperenberger Raum meldet. Das ist Ihr gutes Recht und natürlich haben weder Sie noch Ihre Bekannten oder Verwandten mir oder uns etwas getan. Worum geht es denn bei der Bürgerinitiative.

    In unserem Fall geht es darum, dass die seit über 10 Jahren propagierten Routen jetzt auf einmal nichtig sein sollen. Meine persönliche Geschichte dazu ist, das wir kurz vor dem Bau des Eigenheimes extra Informationen im Infozentrum einholten und so an der Nase herumgeführt wurden. So geht es im Übrigen vielen die sich am Protest beteiligen. Rein rechlich ist da wenig anzugreifen. Worauf wir uns beziehen ist der Vertrauenschutz des Bürgers. Das, was über 10 Jahre lang Bestand hatte, kann (in unseren Augen) nicht so einfach gekippt werden. Das vielleicht zum Hintergrund meines Engagements.

    Als wir uns dann in der BI mehr und mehr ins Thema vergruben, mussten wir leider feststellen, dass wir uns eben nicht am Routenschieben beteiligen wollen. Wir wollen eben genau nicht nur Kapital daraus schlagen, dass wir vielleicht lauter als Andere sind und dafür Andere verlärmt werden. Das ist bei diesem Standort Schönefeld aber kaum möglich. Wie das Planfeststellungsverfahren bereits mitte der 90'er Jahre feststellte ist Schönefeld ein denkbar ungeeigneter Standort. Sperenberg hingegen wurde als geeignet anerkannt und empfohlen. Nur durch einen Konsensbeschluss der küngelnden Politik kam es dann doch zum Bau des Flughafens in Schönefeld.

    Selbstverständlich ist uns bewusst, dass es auch um Sperenberg bewohnte Gemeinden und Städte gibt und selbstverständlich sind Sie als dort lebende nicht weniger Wert als wir hier.

    Aber unter der Annahme, dass man mit dem Standort Schönefeld ca. 600.000 Menschen verlärmt und dass diese Zahl bei einem anderen Standort (vielleicht auch einen der Anderen aus dem Planfesstellungsverfahren) wesentlich geringer ausfällt, finden wir, dass man die Standortdiskussion thematisieren muss. Dies nicht zu tun bedeutet naermlich, dass die Routen von einer BI zur nächsten geschoben werden und dass keine Lösung des Problems erfolgt. Flugrouten können sich relativ häufig ändern und daher ist dieser stadtnahe Flughafen das Problem an sich.

    Im übrigen sind wir selber Brandenburger und keine Großstädter. Wir sind aktiv rausgezogen um ruhiger zu leben und zu wohnen.

    Ich bin mir sicher, dass diese Antworten Sie nicht zufriedenstellen können und verbleibe trotzdem mit freundlichen Grüßen nach Neu Frankenfelde…


    Martin Froelich

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Herr Froelich.

    Danke für die ausführliche Antwort, auch zu ihrer persönlicher Beteiligung. Ich nehme dass so hin, will aber auch noch etwas sagen und etwas bitten, damit sie Eindrücke und die Gedanken anderer auch hören.

    Wir waren schon in den 90zigern recht aktiv zu der Sache und haben uns auch viel informiert, waren dann beruhigt als es hieß, Sperenberg wird nicht gebaut. Unsere Gemeinde war dann auch kräftig am Rudern um den möglichen Zuziehern ihre Bedenken zu zerstreuen, damit sie kommen und auch Häuser bauen oder Wohnungen mieten. Viele kamen leider nicht obwohl wir sie damals wie heute bräuchten aber einige blieben und wurden gute Nachbarn von uns.
    Warum erzähl ich dass, nun, sollte nun am Ende doch wieder Flughafen Sperenberg aufgebaut werden, dann würde meine Gemeinde zum Betrüger werden. Denn wir hatten, mich inklusive, allen wankelmütigen versichert und mit den entsprechenden politischen Entscheidungen bewiesen, dass er nicht kommt. Umd dann werden meine Nachbarn mich fragen, was dort nebenan gerade ensteht!

    Als zweites noch meine Meinung zum Lärm, auch wenn diese am Ende wahrscheinlich auch nur vom egoistischen Wille gelenkt ist, keinen Mega-Airport in der Nähe zu haben.
    Ich meine, wer den Flughafen am meisten nutzt und am meisten davon profitiert, der sollte auch anteilig den Fluglärm ertragen müssen. Und diesen Flughafen werden, so meine ich, schon die Berliner und vorallem die Bewohner des Speckgürtels nutzen. Und wenn nicht dann würde ich sagen bräuchte es auch ja keinen Flughafen mehr, also gibt es auch keinen Fluglärm mehr und ich hätte ihnen nichts vorwerfen brauchen. Aber wie gesagt, ist nur meine Meinung und sie brauchen auch in keinster Weise rücksicht drauf nehmen.

    Als letztes aber noch ein Bitte:
    Bitte distanzieren sie sich, wenn nicht schon getan, vom BVBB!
    Dieser sogenannte Verein beleidigt nicht nur uns Anrainern von Sperenberg sondern auch alle Bürgerinitativen gegen Fluglärm und nützt dazu noch ihr Bemühen aus.
    Allein schon ihr Forderungskatalog für Sperenberg ist nicht nur von utopischen Vorstellungen nach einem völlig unrealistischen MegaMega-Airport gespickt, sondern sie fordern auch direkt die Zwangsenteignung und Umsiedlung von uns Anwohnern!!!
    Und bei diesen zwei Begriffen, die mich irgendwie an einen vergangen Staat erinnern, dann hört es für uns auf und dann werden wir wirklich uns verteidigen müssen!
    Und am Ende erkennt man anhand ihrer Pläne für den Flughafen Schönefeld, das dahinter auch nur wieder wirtschaftliche Interessen stecken und nicht das Beschützen von Anwohnern!


    Ansonsten wünsche ich ihnen gutes Gelingen bei der Flugroutendiskussion und eine kleine Bitte zum Abschluss noch:
    Wenn sie wie im Flyer fett gedruckt schreiben, "nur 1000 Bürger", dann bitte bitte an Alle daran denken, diese 1000 ist nicht nur eine Zahl, wie Stalin mal sagte, sondern dahinter stehen auch richtige Menschen!

    Ihr Robert Schneider

    AntwortenLöschen